Behind the Scenes - Vom ersten "Moin" bis zum letzten Gänsehaut-Moment: Die unsichtbare Reise eurer Hochzeitsbilder
Stellt euch vor, wir spulen mal vor. Ihr habt eure Traumlocation in Hamburg gefunden, das Datum steht, und ihr sucht den passenden Fotografen. Was passiert eigentlich genau, wenn ihr bei mir auf „Senden“ klickt?
Viele denken, mein Job beginnt, wenn die Braut aus dem Auto steigt, und endet, wenn ich nachts meine Kamera in den Kofferraum lege. Aber die Wahrheit ist: Die eigentliche Magie passiert im Verborgenen.
Ich nehme euch heute einmal mit auf eine kleine Reise. Begleiten wir ein Hamburger Paar – nennen wir sie Lena & Nils – bei ihrer Hochzeit.
Kapitel 1: Das erste Date (Nein, nicht eures!)
Alles beginnt an einem typischen Dienstag in Hamburg-Niendorf. Eine Mail ploppt auf: „Moin Kay, wir heiraten im September im Altonaer Rathaus und feiern am Hafen. Hast du Zeit?“
Ich freue mich jedes Mal riesig über eine neue Nachricht denn jede Anfrage ist für mich immer noch etwas Besonderes (ehrlich, das wird nie langweilig). Der Termin ist frei! Aber bevor wir über Verträge reden, sollten wir checken: Stimmt die Chemie? Also tauschen wir uns erst einmal telefonisch aus. Ein kurzes Telefonat ist einfach der beste Weg, um mal eben zu hören: Sind wir auf einer Wellenlänge? Spontan treffen wir uns dann auf einen entspannten Kaffee in der Schanze. Wir reden nicht über Blenden und ISO-Werte, sondern über euch und eure Ablaufpläne und lernen uns hierbei besser kennen. Wir schauen, ob wir den gleichen Humor haben und was euch wichtig ist. Mögt ihr gestellte Posen? (Hoffentlich nicht, ich nämlich auch nicht.) Denn nur dann entstehen später die echten, ungestellten Bilder.
Kapitel 2: Checklisten & Generalprobe (Keine bösen Überraschungen!)
Zwischen dem ersten Kaffee und der Hochzeit herrscht bei mir keine Funkstille. Damit am großen Tag alles glattläuft, überlasse ich möglichst nichts dem Zufall.
Lange vor dem Termin schaue ich mir die Location an. Ich checke die Lichtverhältnisse vor Ort: Wo steht die Sonne beim Sektempfang? Wo machen wir die Familienfotos, wenn es regnet? Ich suche quasi schon im Kopf die perfekten „Bühnen“ für Lena & Nils.
Etwa vier Wochen vor der Hochzeit bekommen die beiden dann Post von mir: Meine Wedding-Checkliste. Hier fragen wir die letzten wichtigen Details ab, die man oft vergisst: Wer sind die Ansprechpartner für Überraschungen? Welche Gruppenfotos sind ein „Muss“ (Oma Erna mit den Enkeln!)? Sobald die Liste zurück ist, telefonieren wir noch einmal für den finalen Feinschliff. Wir gehen den Zeitplan durch, damit am Hochzeitstag niemand auf die Uhr schauen muss – außer mir.
Kapitel 3: Die Ruhe vor dem Sturm
Fast Forward zum Mittwoch vor der Hochzeit. Während Lena & Nils wahrscheinlich nervös die Wetter-App checken, beginnt für mich die strategische Planung.
Natürlich checke auch ich die App – aber ganz entspannt. Ich gucke eher: Wo finden wir in der Speicherstadt Schutz, falls das typische Hamburger Schmuddelwetter vorbeischaut? Ich lege mir dabei keine starren Abläufe zurecht, sondern sammle einfach gute Optionen im Hinterkopf. Denn wenn wir wissen, wo wir im Zweifel trocken bleiben, müssen wir uns am Tag selbst keinen Stress machen. Diese Vorbereitung gibt uns genau den Raum, um am Samstag spontan zu bleiben und flexibel zu entscheiden, worauf ihr Lust habt – egal was das Wetter macht. Und auch in der Improvisation entstehen manchmal die schönsten Bilder.
Dann geht es an die Ausrüstung. Ich checke mein Sicherheitsnetz. Wir haben jeweils grundsätzlich immer zwei Kameras dabei. Nicht nur, um verschiedene Objektive griffbereit zu haben, sondern als Ausfallschutz. Und das Wichtigste für eure Nerven (und meine): Jede Kamera speichert jedes Foto sofort auf zwei Speicherkarten gleichzeitig. Falls eine Karte mal spinnt, ist die andere da. Doppeltes Netz, doppelter Boden. Wenn ich die Tasche schließe, weiß ich: Die Technik steht zu 100 %.
Kapitel 4: Leinen los! – Euer großer Tag
Samstagmorgen in Niendorf. Das Auto ist gepackt, der letzte Kaffee getrunken. Meine Partnerin Nicole ist auch am Start – Abfahrt!
Wir planen immer genug Puffer ein, damit uns kein Stau auf der A7 aus der Ruhe bringen kann. Wenn wir bei euch vor der Tür parken, sind wir nicht gehetzt, sondern mental voll da.
Pünktlich 11:00 Uhr sind wir bei Lena zum Getting Ready. Ab jetzt heißt es: Volle Konzentration, jeden Moment wahrnehmen. Als Hochzeitsfotograf bin ich Beobachter, Ruhepol und manchmal auch Krawatten-Binder in einem.
Die Trauung im Altonaer Rathaus um 13 Uhr ist emotional. Um neben Nils‘ Freudentränen und Lenas Lachen und auch gleichzeitig die Emotionen der Gäste zu erwischen, brauche ich zum Glück nicht hektisch hin und her laufen. Dank meiner Partnerin Nicole können wir gleichzeitig aus zwei Perspektiven die schönsten Momente einfangen.
Direkt danach steht ein Punkt an, der oft etwas wuselig wird: Die Gruppenfotos. Die Gäste wollen zum Sektempfang, Onkel Werner guckt aufs Handy und die Tante steht im Schatten. Jetzt wechsle ich kurz die Rolle vom stillen Beobachter zum freundlichen „Dompteur“. Mit Humor und klarer Ansage sorge ich dafür, dass die Rasselbande schnell und gut gelaunt aufgestellt ist – damit Oma schnell sitzen kann und ihr zum Feiern kommt.
Dann entführen wir Lena & Nils zum Paar-Shooting in die Speicherstadt. Nils war vorher skeptisch: „Ich mag es gar nicht, im Mittelpunkt zu stehen und vor der Kamera zu posieren.“ Unser Job ist es jetzt, diese Angst zu nehmen. Es gibt bei uns kein steifes „Stellt euch dahin und lächelt jetzt“, nur ein leichtes Anleiten wenn notwendig. Unser Tipp: „Atmet durch, ihr seid verheiratet! Genießt mal 30 Minuten Ruhe nur für euch.“ Die besten Bilder entstehen, während die beiden einfach quatschen, lachen und vergessen, dass wir da sind, während ich fast im „Dreck“ liege, um eine tolle Spiegelung in einer Regenpfütze einzufangen. Am Ende sagt Nils überrascht: „Das war ja gar nicht schlimm, das hat so Spaß gemacht!“ Für uns immer ein schönes Kompliment!
Mit diesem entspannten Gefühl (und vielleicht einer etwas dreckigen Hose bei mir) geht es zurück zur Gesellschaft. Es folgen Dinner, Reden und Lachen – quasi die Ruhe vor dem nächsten Sturm. Hier ein riesiges Dankeschön an alle Paare, die an das „Crew-Catering“ denken! Eine Hochzeitsreportage ist Hochleistungssport (ca. 15.000 Schritte mit schwerem Equipment). Ohne „Treibstoff“ geht dem Motor irgendwann die Puste aus. Wenn wir uns kurz stärken können – am besten dann, wenn ihr auch esst –, sind wir danach wieder bei 100 % Energie.
Sobald die Teller leer sind und der DJ das Licht dimmt, wechseln wir den Modus: Dann gibt es kein Halten mehr und die Party startet richtig durch.
Irgendwann, meistens wenn die Party auf dem Höhepunkt ist, ist für uns Feierabend. Wir verabschieden uns von euch, packen unser Equipment zusammen und atmen erst mal tief durch.
Die Fahrt nach Hause durch das nächtliche Hamburg ist für uns fast meditativ. Musik leise, die Stadt ist leer. Wir fahren runter und wissen: Eure Erinnerungen sind sicher im Kasten. Uns tun die Füße weh, aber wir sind happy.
Kapitel 5: Die Dunkelkammer
Sonntagmittag. Ihr wacht verheiratet auf und frühstückt entspannt. Ich sitze schon am Rechner. Das Wichtigste zuerst: Sicherheit. Eure Bilder werden doppelt auf verschiedene Festplatten kopiert. Erst wenn die Daten sicher sind, atme ich durch.
In den Wochen danach beginnt dann die Arbeit, die niemand sieht. Aus 3.000 geschossenen Bildern suchen wir die besten 800 heraus. Die „Augen zu“-Momente und die unscharfen Testschüsse werden aussortiert. Jedes einzelne Bild bekommt seinen Feinschliff. Ich lege keinen automatischen Filter drüber, sondern entwickle jedes Foto individuell. Ich sorge dafür, dass das sonnige Bild vom Nachmittag farblich perfekt zum dunklen Partybild am Abend passt. Der Kay Pinnow Look entsteht. Handarbeit, Bild für Bild.
Kapitel 6: „Sie haben Post!“
Etwa vier Wochen nach der Hochzeit ist es soweit. Bei Lena & Nils ploppt eine E-Mail auf: „Eure Galerie ist online!“Das ist mein Lieblingsmoment. Vielleicht nehmt ihr euch den Abend Zeit, macht es euch gemütlich und erlebt den Tag noch einmal. Die Tränen, das Lachen, die kleinen Momente, die ihr selbst vor lauter Aufregung gar nicht gesehen habt.
Butter bei die Fische: Die Fakten
Eine Hochzeitsreportage fühlt sich für euch an wie „ein Tag Begleitung“. Tatsächlich stecken dahinter aber eher zwei volle Arbeitswochen.
Hier ist die Auflösung, was hinter den Kulissen einer 10-Stunden-Reportage wirklich an Zeitaufwand steckt:
- Vorgespräche & Planung: ca. 3 Std.
- Technik-Check & Scouting: ca. 3 Std.
- Der Hochzeitstag (inkl. Anreise): ca. 12 Std.
- Datensicherung & Auswahl: ca. 5 Std.
- Bildbearbeitung & Look: ca. 25 Std.
- Galerie & Abschluss: ca. 3 Std.
Gesamter Zeitaufwand: ca. 51 Stunden.
Wenn ihr mich bucht, bezahlt ihr also nicht nur für das „Klick“ am Samstag. Ihr honoriert, dass wir uns gut zwei Wochen lang exklusiv um eure Erinnerungen gekümmert haben – mit Herz, Verstand und viel Hamburger Liebe.
P.S.: Ein kleiner Tausch?
Ihr habt gesehen: In unserer Hochzeitsreportage steckt ganz viel Herzblut. Falls ihr schon Kunden seid und happy mit unseren Bildern wart: Eine Google-Bewertung kostet euch nur 5 Minuten.
Für euch ist es nur ein kurzer Text, für uns eine große Wertschätzung. Mir (und anderen Paaren, die einen Fotografen suchen) hilft es extrem weiter.
Plant ihr auch gerade eure Hochzeit in Hamburg und sucht jemanden, der auch kamerascheue Bräutigame entspannt in Szene setzt? Ich würde mich freuen, eure Geschichte zu erzählen. Schreibt mir einfach!
